eMAN - die wissenschaftliche Grundlage des Projektes ema
Die Entwicklung des ema
zerfällt in zwei Hauptbestandteile: Zum einen in die Programmierung der
Algorithmen, Schnittstellen, Datenhaltung und Oberfläche, zum anderen in die Schaffung der
wissenschaftlichen Grundlagen für die Bewegungsgenerierung und Auswertung des
ema
.
Eigens dafür wurde wurde ein Kooperationsprojekt mit vier Partnern geschaffen.
Dieses Vorhaben wird im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung
(EFRE) und mit Mitteln des Freistaates Sachsen gefördert.
Die Förderung dient insbesondere der Abfederung des erheblichen Risikos der Forschung
auf totalem Neuland. Es zeigte sich nämlich, dass humanmotorische Bewegungen in der
Arbeitswelt noch nirgends systematisch betrachtet wurden.
Die vier Partner des Projektes eMAN und ihre Aufgaben sind:
- Die Professur »Grafische Datenverarbeitung und Visualisierung« der TU Chemnitz,
Herr Prof. Guido Brunnett. Er entwickelt den Bewegungsgenerator für humanmotorisch richtige
und biomechanisch vorbetrachtete Bewegungsabläufe der technologischen Verrichtungen.
- Das Institut für Mechatronik, Aninstitut der TU Chemnitz,
Herr Dr. Albrecht Keil. Dem Institut obliegt die gesamte Biomechanik des ema
und die
systematische Bewegungserfassung am realen Werker.
- Die Professur »Arbeitswissenschaft« der TU Chemnitz, Frau Prof. Spanner-Ulmer.
Hier wird zum einen eine etablierte Methode der Ergonomiebewertung – EAWS – in den ema
integriert, zum anderen wird auf Basis der nunmehr möglichen kompletten Bewegungsbeschreibung
ein völlig neues Bewertungssystem entwickelt.
- Die imk automotive GmbH. Sie zeichnet für die technisch-technologischen Forschungen
zu den ema
-Grundlagen verantwortlich und koordiniert das Projekt.
Der Forschungsbedarf ist nach wie vor immens. Ein erstes Projekt lief in den Jahren 2009 und 2010.
Das nunmehr zweite Projekt wurde am 1.4.2011 begonnen und wird wiederum zwei Jahre laufen.
Im ersten Projekt »eMAN« wurden die Methodik, die Schnittstellen und die grundlegenden Grundlagen
der Humanmotorik entwickelt. Am Ende stand ein hypothetischer „Geschäftsprozess“
zu Befüllung des Systems mit Daten zur Humanmotorik menschlicher Arbeit,
zur Typisierung derselben und zu deren Verwendung zum Zwecke der Bewegungsgenerierung.
Viele Detailmethodiken mussten aber noch unerforscht bleiben.
Im jetzigen Projekt »eMAN II« wird nun der hypothetische Geschäftsprozess mit Leben
erfüllt und eine allgemeine Methodik wird als These bewiesen und für die Entwicklung des ema

bereitgestellt. Die eigentliche Systembefüllung ist aber Bestandteil der Softwareentwicklung
der imk automotive GmbH, nicht des Projektes eMAN. Einerseits wäre aber ohne eMAN die
Entwicklung des ema

unmöglich, andererseits ist durch den ema

eine ungeheuer schnelle
Überführung der Ergebnisse in die Praxis möglich.
Die Aufgabe wird in Gänze das Entwicklungsteam noch (schätzungsweise) mehrere Jahre beschäftigen und
zusammenhalten. Mit der entwickelten Vorgehensweise – hochalgorithmisch mit einem Minimum an
Eingaben, mit Objektbezug der Bewegungsgeometrie und mit MTM-Bezug der Planzeit – ist eine Tür
zum Gebiet der Simulation menschlicher Tätigkeit aufgestoßen worden, hinter der sich ein riesiger
Raum voller Möglichkeiten verbirgt. Diese allerdings sind noch zu erforschen. Als Beispiele solcher
noch nicht begonnener Forschung seien die Filigranarbeit, das Arbeiten in beengten Räumen,
das Arbeiten unter erhöhter geistig-nervaler Belastung oder die Behindertenarbeit genannt.
Finanziert aus Mitteln der Europäischen Union und des Freistaates Sachsen.